Dienstag, 6. September 2016
Dienstag 06.09.2016 Abreise
Gegen 16 Uhr sollen wir in Frankfurt ankommen...

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Montag, 5. September 2016
Was noch fehlt...
...was noch fehlt sind Bilder für Samstag 03.09.


unten links kann man auf "older stories" drücken, um zB den Freitag oder ältere Texte lesen zu können.

Wir haben jetzt, um 19 Uhr gepackt und wollen nochmal abends ans Meer - wohl das letzte Mal in diesem Jahr.

Wir kommen mit Erlebnissen satt nach Hause, sind etwas traurig, dass es vorbei ist. Noch eine Woche Peloponnes, das wäre es jetzt, sind wir uns sicher.

Aber wir kehren auch mit einigen guten Vorsätzen zurück, um nicht wieder so maßlos erschöpft in den Urlaub zu fallen.

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Montag 05.09.2016 Athen
Unser letzter Tag in Athen vor unserem Abflug morgen. Nach einem reichhaltigen Frühstück fahren wir mit der Tram in die City nach Plaka. Am Syntagma-Platz, wo der Parlamentssitz ist, beginnen wir eine Einkaufsmeile hinab zu laufen.

Bald begleitet uns eine kleine Demo mit lautem Geschrei durchs Megaphon, sodass wir in ein Kaufhaus flüchten und...in der Spielwarenabteilung landen. Etwas um Geld erleichtert, erblicken wir wieder die Strasse und haben unsere Ruhe vor der Demo.







Wir ändern die Richtung in Richtung Akropolis und kommen durch das Touristenzentrum Plaka, wo wir die gestern in Aussicht genommenen Gegenstände für Valentin kaufen möchten. Was das ist, wird nicht verraten. Jedenfalls greifen wir tief in die Tasche und blicken in glückliche Kinderaugen!. Die Verkäuferin kommt aus Sparta und erzählt, dass ihr Großvater nach Athen flüchtete, da er als erstgeborener Sohn in der Familie hätte Pfarrer werden müssen. Er wurde in Athen Anwalt, sein Bruder flüchtete ebenfalls und wurde Arzt. Dennoch weigerte sich der Urgroßvater, zu deren Hochzeiten nach Athen zu kommen.

In Sparta drehen sich die Uhren eben anders erzählt sie; dort gebe es immer noch viele Menschen, die große Bilder des Königs in der Wohnung hätten und nur darauf warteten, dass er zurückkehre. Sie seien strikt in ihren Ansichten. Ich berichte, dass wir Deutschen wohl teils eine ähnliche Gesinnung hätten und wir können gemeinsam lachen. Wir bekommen 10% Preisnachlass!

Es wird mittags richtig heiß in der Stadt und so gehen wir langsam zurück zur Tram, nur um zu merken, dass diese nicht fährt. Also weiter zur U-Bahn. Valentin beweist in einem selbst initiierten Bibelquiz erstaunliches Wissen. Schon auf der Hinfahrt hatte er mit großem Interesse in mein bebildertes Buch zur heiligen Meteora geschaut und mit mir geraten, welche Bibelszenen die Ikonen wohl abbilden.

Wir erreichen wieder Glyfada und unser Hotel und wir ziehen zielstrebig durch das Hotel an die Poolbar und bestellen Essen und Getränke, lassen es uns richtig gut gehen.





Danach gehen Valentin und ich im Pool schwimmen, Valentin findet gar kein Ende scheint es mir, nach rund zwei Stunden kommt auch er aus dem Wasser. Während dessen komme ich mit dem Bademeister ins Gespräch, der mir berichtet, er stamme von der Insel Lesbos. Er empfiehlt mir, die nahen Inseln um Athen mit Tagestrips zu besuchen und ebenso sollte ich unbedingt nach Athos fahren. Ich nehme die Hinweise gerne an.

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Sonntag, 4. September 2016
Sonntag 04.09.2016 Athen


Wir sind ja gut gestern in Athen angekommen. Die "Millionenstadt-Trophäe" für ein sicheres Fahren durch Athen hat Bärbel ja schon ein paar Mal errungen, ich glaube bei ihr steht inzwischen der Hattrick an in dieser Kategorie.

In der Frühe freuen wir uns über ein tolles Frühstück und nach einer Lernzeit für Valentin fahren wir mit der Tram in die Innenstadt. Und wieder haben wir den Eindruck, Athen und Griechenland lebt von der Substanz: Was da ist, ist da, wird nicht mehr gepflegt oder repariert. Wenn es pleite geht, kommen bald die Graffitti und die erste kaputte Scheibe und bald sieht es auch in der Umgebung nicht mehr gut aus. Ein Teufelskreis. Sichtbare Armut ist selten, obwohl wir auch die bekannten Plätze besuchen (Syntagma, Ommonia).

Wir besuchen das nationale archäologische Museum. Valentin schafft es tatsächlich das komplette Museum vom Keller bis zum Dach zu erkunden und stellt unglaublich viele Fragen und bleibt die gesamte Zeit neugierig. Als wir eine Vitrine finden, mit Pfeilspitzen von den Thermopylen und einer Tafel zu der Schlacht dort zeigt er sich bereits gut informiert und stellt gute Fragen.

Warum die Männer alle nackt gemeißelt wurden kann ich ihm letztlich auch nicht genau erklären. Jedenfalls sind wir gebührend vom Museum und ihm beeindruckt. Schade jedoch, dass der Museumshop gar nicht auf Kinder ausgerichtet ist und auch die Erwachsenensachen sind eigentlich alle langweilig und in Plaka schöner und billiger zu haben.



In Plaka haben wir unsere liebe Mühe Valentin zu überzeugen nicht gleich im ersten Laden alle Kohle zu verbrennen und schon im zweiten Laden ist ein Helm für den halben Preis zu haben und letztlich noch günstiger. Die Menschenmengen und die Vielzahl der Waren ermüden uns rasch und wir freuen uns auf eine kleine Oase von Lokal, wo wir Pastitio und griechischen Salat essen, gereicht von einem reichlich angetrunkenen Inhaber, der jedoch sehr freundlich ist.



Dann fahren wir zurück nach Glyfada und Valentin und ich gehen schwimmen und Bärbel lässt sich derweil ein wenig von den örtlichen Moskitos stechen.

Abends essen wir am Pool Pizza und die Beiden sind nach ein paar Folgen im Fernsehen bettreif. Ich setze mich noch mit einem Bier auf den Balkon und schreibe an unserem Blog weiter. Unter mir braust der Verkehr, über mir fliegen die Flugzeuge Athen an. Mich stört der monotone Lärm wenig und habe ich große Freude und innere Ruhe, erinnere mich an das Erlebte und schreibe und schreibe.

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Samstag, 3. September 2016
Samstag 03.09.2016 Fahrt nach Athen
Heute früh besuchen wir noch zwei Klöster in Meteora, bevor wir die viereinhalb Stunden Fahrt nach Athen unternehmen.

Das erste Kloster ist mein "Favorit", wenn es auch zweifelhaften Bekanntheitsgrad erreicht hat durch einen James Bond Film.

Der Aufstieg gelingt uns nach einem gutem Frühstück dennoch nur mit Mühe! Die Treppen sind sehr steil. Doch als wir sehen, wie früher der Weg hierher mit Netz und Seilwinde aussah, sind wir besänftigt. Es hielt sich beharlich die Aussage, dass das Seil der Winde nur ersetzt wurde, wenn es Gott gefiel, es reissen zu lassen....

Auch hier, in diesem recht kleinen Kloster auf dem sehr hohen Berg ist der Besuch der Kirche für mich so eindrücklich, dass ich nach einer Pause zurückkehre. Der Ort ist sehr intensiv im Erleben und wieder fehlen die Worte das Erlebte zu beschreiben.

Obwohl schon reich beschenkt mit diesen Aus- und Einsichten fahren wir ein letztes der Klöster an.

Auch dieses wirkt auf uns intensiv und anders, obwohl eine Nonne mit Valentin hart ins Gericht ging, weil er sich nicht gleich traute auf Englisch ihr zu antworten. Es ist ein großes Kloster und leicht erreichbar für Verkehr und Besucher und damit entsprechend besucht. Wir erhalten einen dezenten Hauch von dem Besucherandrang, der wohl in der Mitte der Saison diese heiligen Orte heimsucht. Und bald wollen wir nur weg. Ich versorge mich noch mit Büchern zum Thema und wir fliehen.

Wir fahren über Kalambaka Richtung Lamia und kommen nochmals an den Thermopylen vorbei, diesmal ohne Besuch.
Wir machen auf der Strecke in einem kleinen Ort Rast und bekommen leckeres Essen in einer Hilliebillie Kneipe.
Nach viereinhalb Stunden Fahrt erreichen wir die Stadt Athen.Bärbel meistert die Fahrt zum Hotel und wir belohnen uns entsprechend an der Bar am Hotelpool im Küstenort Glyfada, wo wir drei Nächte bleiben, bevor am Dienstag den 06.09. die Abreise nach Deutschland droht.

Ein Besuch beim Mc Donalds in der Nähe abends bringt uns einige Einblicke in das Leben der jungen Menschen in Athen.

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Freitag, 2. September 2016
Freitag 02.09.2016 Fahrt nach Meteora, Weltkulturerbe


Es donnert und regnet - kein schlechtes Abreisewetter, denn gerne fahren wir nicht weg. Nach einer größeren Packaktion geht es los ins 160 km entfernte Meteora. Dort bleiben wir eine Nacht, um dann das letzte Zwischenziel Athen anzupeilen, wo wir bis 06.09. bleiben.

Wir verabschieden uns von den Vermieterinnen und fahren in Richtung Norden. Die Landschaft präsentiert sich recht unspektakulär, viel Landwirtschaft und wenige Fabriken sind zu sehen. Bei größeren Ansiedlungen dominieren deutsche Firmen wie Praktiker, Lidl etc.



Nach rund eineinhalb Stunden kommen wir in hügeliges, dürres Gelände und erreichen letztlich Kalambaka und Kastraki - die Einfallstore für die Touristen, die nach Meteora möchten.

Meteora ist Weltkulturerbe und vom Staat Griechenland ewigwährend geschützt. In dieser Region sind über 44 Klöster, Eremeritagen, Kirchen etc. Seit dem 12. Jahrhundert siedeln Asketen, Eremiten und Mönche hier. Im 16. Jahrhundert war die Blütezeit und heute sind es nur noch 6 Klöster mit sehr wenigen Nonnen und Mönchen, die diese Klöster zwischen Himmel und Erde bevölkern. Einst suchten sie die Einsamkeit und die Verzückung - eins zu werden mit dem heiliigen Geist und sein perfektes Instrument zu werden.

Heute ist es damit gutteils vorbei: Ungezählte Touristen- und Pligerscharen klappern die Klöster ab. Am Ende der Feriensaison haben wir Glück und werden nicht von Menschenmassen beeinträchtigt und dürfen in der Fülle der Eindrücke leben und schauen.

Die Klöster waren früher nur mit Netzen und Seilwinden zu erklimmen, so hatten die Mönche ihren Frieden und die allfälligen Plünderer hatten es schwerer. Kunst und Schriften sind hier zu sehen - Jahrhunderte alt, einzigartig und doch sind sie nur Teil dessen was mich noch Tage nach dem Besuch inne halten lässt und mich weiter berührt. Es sind heilige Orte im besten Sinne. Ich spürte, dass ich an besonderen Plätzen bin, eine Ruhe und Leichtigkeit ergriff mich, Friede und der Wunsch zu bleiben, weiter aufzunehmen von dem was es hier gibt. Die Worte bleiben zurück hinter dem Erlebten. Empfehlen mag ich es jedem einen Besuch zu machen



Diese riesigen Bergformationen sind von weitem zu sehen und wirken sofort dramatisch.





Nach einem guten Mittagessen, welches wir erst fanden, nachdem zwei Pizzerien uns ablehnten, weil Mittagsruhe sei, fuhren wir ein erstes Kloster in den Bergen an: Das Kloster Roussanou. Auf dem Weg dorthin sehen wir bereits teilweise die weiteren fünf Klöster in den Bergen.



Lange steile Treppen führen in dieses Nonnenkloster, welches noch von rund 30 Nonnen bewohnt wird.







Wir schauten uns um, sind beeindruckt von den alten gut restaurierten Gebäuden.





Herz aller Klöster sind die Kirchen. Und orthodoxe Kirchen scheinen mit Ausstattung in Form von Heiligen- und Märtyrerbildern (protestantisch: Glaubenszeugen) und "Ambiente" noch die Römisch - Katholischen zu übertreffen. Als Protestant sehe ich das in einem differenzierten Licht, weiß darum, dass dies uns nicht gläubiger macht oder rascher oder sicherer ins Himmelreich bringt. Es ist der Glaube allein... oder besser Ansichtssache, je nach Provenienz?
Jedenfalls setze ich mich ins Chorgestühl und lasse die reich bebilderten Räume auf mich wirken, bedenke, dass hier seit Jahrhunderten Menschen, mit allem was sie sind, Jesus ihrem Herrn nachstreben in Gebet und Gesang. Und ich spüre eine "Schwingung", etwas Besonderes, was es einem einfach macht ruhig zu werden, sich zu besinnen und wenn man dann in die Kuppel der Kirche schaut, reich bebildert und in der Mitte mit einem Jesus zentriert, wird die Richtung deutlich, die Gedanken und Gefühle nehmen in diesem Raum. Ich stelle mir vor, wie hier im tiefen Winter auf 600 Meter Höhe in den Bergen ohne Heizung nachts die Messe aus uralten Büchern in altgriechisch gelesen und im Wechselgesang gesungen wird, reichlich Weihrauch ausgegeben wird oder wie hier wohl unter den Brüdern die prächtige orthodoxe Osternacht gefeiert wird.

Als wir das Kloster wieder über die steilen Treppen verlassen, kommen rasch dunkle Wolken auf und es beginnt zu donnern und zu regnen. Valentin beginnt sich mit Recht zu fürchten. Die ohnehin erhabene und besondere Landschaft wird durch das Wetter noch schwieriger einzuordnen. Wir können ihn einwerben, noch ein Kloster zu besuchen.

Das Kloster Agios Nikolaos Anapavsas



Hier ist der Zugang ähnlich schwer, wie bei dem Kloster zuvor. Als wir nach einigen Anstrengungen am Tor erscheinen, dürfen wir Erwachsenen wiederum 6 EURO bezahlen und erhalten Zutritt.





Die Kleidervorschriften sehen für Bärbel einen Rock vor und so erhält sie, wie in den anderen Klöstern einen Ersatz. Valentin hält tapfer durch, nicht einmal "der Kloster Shop" hat Ansprechendes für ihn. Er macht gute Miene und freut sich, als wir ins Auto kommen, bevor ein starker Regenguss herabbricht.









Wir fahren zum Hotel und sind hoch erfreut! Wir haben das Panorama von Meteora vor uns in voller Pracht und Ruhe und Frieden. Das Zimmer ist nicht billig aber seinen Preis wert! Ein Balkon mit der entsprechenden Aussicht wird uns den Abend verzaubern.





Vorher aber ruft der Hunger und wir fahren zu einer Taverne, wo ein Opa an der Strasse einen Grill aufgebaut hat und Souflaki grillt. Wir nehmen dieses Angebot kühn an und erhalten als beinahe einzige Gäste tatsächlich erstklassiges Essen. Am Ende kommt eine körperlich sehr gebrechliche ältere Frau in der Kittelschürze zum kassieren und spricht uns in gebrochenem Deutsch an. Sie wirkt sehr freundlich und erzählt, dass ihr Mann seit 50 Jahren Souflaki grillt und immer nach neuen Tipps dafür gesucht hat. Wir bestätigen noch einmal, dass wir sehr gut gegessen haben und verabschieden uns.

Valentin darf noch etwas am Fels klettern unter der Aufsicht von Bärbel, während ich mir noch eine Hopfenkaltschale in der Dose im nächsten Laden holen gehe. An einem unscheinbaren Kiosk trete ich ein, bewehrt mit zwei Dosen Bier und werde beschämt von mehreren hundert Ikonen, die hier feil geboten werden. Ich kaufe dennoch nur das Bier!

Den weiteren Abend verbringen nach Einbruch der Nachtruhe für Valentin Bärbel und ich auf dem Balkon mit Blick auf Meteora und mit diversen Innenansichten, inspiriert von der Atmosphäre und der Umwelt.

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Donnerstag, 1. September 2016
Donnerstag 01.09.2016 Strandtag in Kala Nera




Heute verbringen wir den letzten Tag in Kala Nera mit Baden, Tauchen und Essen genießen. Ein längeres Schwätzchen mit der Vermieterin des Apartments klärt, dass sie aus Karlsruhe stammt.

Ich ziehe gegen 11 Uhr zu einem kurzen Lauf los, finde aber nach wenigen Minuten den 5,5 km langen Wanderweg nach Milies, dem Zielort der Pilion Schmalspurbahn. Ich entscheide mich direkt dafür diesen zu erkunden und laufe ihn in Richtung Landesinneres.

Bald komme ich in besagte Olivenbaumplantagen und bin allein. Der Weg steigt munter an und ich werde aufgrund meiner Lauferfahrungen bei Delphi zum Fährtenleser: Eselkacka ist gut, weil Esel gehen normal nicht auf Menschen los. Ziegen- und Hundekacka ist schlecht, wegen der Hundegefahr. Ziegenkacka kann aber genauso aussehen wie getrocknete Oliven am Boden, also höre ich auch nach Glöckchen. Bald höre ich eines - aber es erweist sich als Pferd, das eine trägt - ok.
Ich schraube ich höher in den Berg, bis ich schließlich ohne Zwischenfälle Milies erreiche und drehe dann wieder um.

Im Apartment angekommen glühe ich von der Tageshitze und der Anstrengung. Da ich noch dazu einen leeren Magen habe bombt das Belohungsbier ordentlich rein.











Später am Nachmittag schnorcheln und tauchen wir noch ein wenig, haben Strandliegen und Schirmchen und lassen es uns richtig gut gehen. Ein paar Muscheln werden aus über 10 Meter Tiefe ertaucht. Etwas mulmig wird mir allerdings, als ein Speerfischer in der Nähe rumschnorchelt. Der zieht aber zum Glück bald weiter, ungern hätte ich die Fahrt mit einer Harpunenwunde im Hintern angetreten.

Abends ein letztes Mal im für uns leckersten Lokal am Platz ein Abendessen und für Valentin zusätzlich ein letzter Besuch der Spielhölle. Er kann sich einen großen Teddy erspielen und ist glücklich.

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Mittwoch, 31. August 2016
Mittwoch, 31.08.2016 Fahrt nach Platania(s)


Wir fahren heute wieder Richtung Zipfel des Pilions, nach Platania. Durch die nun hinreichend beschriebene Landschaft kommen wir dorthin.



Ein kleiner Fischerort, der uns sofort gefällt. Er ist unprätentiös, der Tourismus hat ihn noch nicht geschliffen, er kommt pittoresk daher, obwohl er sich angenehm unvollkommen zeigt.



Es gibt Restaurants, die erkennbar den Fang des eigenen Boots frisch zubereitet, wenige Tische stehen am Pier. Alles wirkt einladend, gemütlich und bezahlbar. Die Tourismusinformation besteht aus einem großen Holzbrett mit einigen Flyern, den Telefonnummern der Rettung und der Polizei.





Die für einen kleinen griechischen Ort sehr großen Fischerboote liegen in der Nähe vertäut. in Sichtweite gibt es zwei Strände mit einigen Liegenstühlen und Schirmchen, Schilder weisen hin auf Apartments und Zimmer, die zu mieten sind, wenige kleine Hotels sind am Start.





Es herrscht eine angenehme Ruhe, wenige Menschen sind unterwegs, obwohl Ende August ist. Eine echte Sorgenpause, wenn man mich fragt.
Das Essen im lokalen Restaurant ist gut und preislich ähnlich, wie sonst auch am Pilion.

Ein Hinweisschild klärt uns auf, dass hier früher Piraterie eine wichtige Einnahmequelle der örtlichen Bevölkerung war. Noch früher wurde in der Gegend Xerxes´Kriegsflotte im Sturm großteils zerstört.

Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang beschließen wir, dass wir zu einem noch schöneren Strand weiter fahren.

Wir wissen, dass besagte traumhafte Strände über Seitenstrassen zugänglich sind und hatten ja bereits eindrückliche Erfahrungen mit "minderen Schotterwegen der 2. Kategorie"... Lernen tut man ja bekanntlich am besten durch Schmerz...wir riefen scheinbar danach und wir bekamen ihn!

Schon bald folgten wir nicht mehr dem Navi und den Übersichtskarten, die nämliche Orte ohnehin nur höchst unvollständig auszeichnen und verließen uns auf unseren Spürsinn und unser Glück. das war uns in diesen Momenten nicht so klar, aber rückblickend finde ich es korrekt es so zu werten.

Bald entfernen wir uns vom geplanten Ziel in Meereshöhe, erklimmen wieder die Berge und die Strassen werden immer schmaler, steiler, schlechter, kurvenreicher und die Ortsschilder sind nur noch in griechischer Schrift - bisher stets ein schlechtes Zeichen für uns.

Bald nähern wir uns auch wieder dem Meer und der Meereshöhe und wir wähnen uns bereits auf der Siegerstrasse - diese verliert überraschend jedoch ihren Belag und über Schotter geht es einspurig weiter.

Als wir an einem kleinen Strand ankommen, wäre für uns der Punkt gewesen, noch alles gewinnen zu können und den Trip als Erfolg für unseren Wagemut werten zu können. Aber wir haben uns anscheinend dafür entschieden nicht nur irgendeinen tollen Strand zu finden - wir suchen DEN STRAND - wir wissen es nur noch nicht - und streben weiter.

Aus der einspurigen Schotterstrasse wird ein steiler enger kurviger Weg, der sich wieder vom Meer entfernt und gen Bergen strebt. Kein gutes Zeichen, gar kein gutes Zeichen, aber da die Richtung grob stimmt und wir Zeit haben und noch mehr Chuzpe, folgen wir diesem Weg weiter, der zu einem Pfad regrediert, der mit einem Bagger nur grob rausgearbeitet ist aus dem Gestrüpp und reichlich grobes Gestein über lässt, um den Unterboden des Autos lässig neu zugestalten, was glücklicherweise auf sich warten lässt.





Wir sind inzwischen mitten in Olivenhainen angelangt, wo sonst sicher nur Pickups mit Allrad Antrieb unterwegs sind. Bärbel erhält hier von mir offiziell die Offroad/Rallye Trophäe und kann meines Erachtens bedenklos bei Paris-Dakar mitfahren. Zusammen mit dem bereits erworbenen Bergpokal in den Taygetos Bergen des Peloponnes und im Pilion macht sie das zu einer Ausnahmefahrerin erste Klasse! Und wir folgen also einem schlechten Wanderpfad in einen "Ort", der lediglich aus zwei kleinen Gehöften besteht und die Hinweisschilder für die zwei Richtungen sind schlecht handbemalte Holzlatten.

Noch immer munter drauf entschließen wir uns, uns dem Ziel so nahe wähnend, weiter zu fahren. Im Schritt-Tempo über Stock und Stein, bis wir schließlich aufgeben: Nun ist der Unterboden in unmittelbarer Gefahr, der ADAC könnte uns hier weder finden noch bergen, ob es hier Handyempfang gibt, ist fraglich, noch fraglicher, ob irgendwer erreichbares hinreichend Englisch könnte, um uns zu bergen.

Der Pilion hat uns geschafft. Wir drehen reumütg um. Der Weg zurück in die Zivilisation indes hat mehrere Abzweigungen und Valentin hat heute den Tipp des Tages: "Gebe doch mal Kala Nera ins Navi ein!" - und es klappt tatsächlich! Wir erhalten eine vorgegebene Strecke und schaffen es tatsächlich wieder auf bessere Wege und letztlich Strassen, die uns eine entspanntere Heimreise sicherstellen.

Nach ein paar Einkäufen gehen wir am Hausstrand schwimmen und tauchen.

Wie sagte Arnold Schwarzenegger in Terminator? "ich komme wieder!"

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Dienstag, 30.08.2016 Fahrt nach Milies


Heute ist eine Tagesreise mit einer 60cm Schmalspurbahn entlang des Pilion geplant. Die Strecke führt von Ano Lehonia nach Milies, welches in der Nähe von Kala Nera unserem Ausgangspunkt, in den Bergen liegt.



Ungern stehen wir früh auf, um Fahrkarten zu erhalten, die Tour ist rasch ausgebucht, da nur rund 120 Plätze in vier Wagons vergeben werden.

Mit einer zweifelhaft im Magen liegenden Gemüse-Pita aus der nahen Taberna setze ich mich in den Zug. Das Besondere an der 120 Jahre alten Bahn ist die Strecke:
Sie führt durch das Gebiet der Kentauren und der zwölf griechischen Götter des Olymp, die ihre Sommerresidenz im Piliongebirge gehabt haben sollen. Weder die einen noch die anderen sollten wir sehen, aber die zerklüftete Bergwelt mit ihren tiefen Schluchten und ihren - wir ahnen es bereits - meditativen Olivenhainen bietet schöne Ausblicke. Mit 20 km/h kommen wir durch das Land.

Wenige ausländische Touristen scheinen uns zu begleiten, hier machen Griechen Urlaub.

Die Brücken über den Schluchten sind eindrücklich, sie werden auch von Wanderern benutzt, deren Pfad über dieselbe Strecke führt. Da die Bahn nur zweimal pro Tag fährt, geht das wohl in Ordnung. An kleinen Einsiedlergehöften kommen wir ganz nahe vorbei, wie die Leute hier ein Auto hoch gekriegt haben, ist mir ein Rätsel - wohl über die Schienen?



In Milies angekommen, wird zunächst von den Fahrgästen die Lok auf einer Drehscheibe per Hand gewendet. Dann erkunden wir den Ort mit seinen steilen Eselspfaden, die mit glatten Steinen grob gepflastert sind.







Eine kleine Kapelle besuche ich auch.
Die Taberne am Platz lässt sich ihre Dienste gut bezahlen.





Dass wir überhaupt bedient wurden, wundert mich im Nachhinein: Milies wurde wie so viele Dörfer im Pilion von den deutschen Besatzungstruppen 1943 besucht. Es wurde komplett niedergebrannt und 33 Menschen exekutiert. Damals galt die Regel "100 Griechen für einen toten Deutschen". Da muss das Massaker hier wohl irgendwie anders rechnerisch erklärt werden. Betroffen kommen wir am Denkmal der Gefallenen vorbei und wieder steht die große "W-Frage" im Raum. Ich nehme mir vor, gründlich nachzulesen.



Nach einem kurzen Spaziergang zu einem trockenen Bachbett mit riesigen Wackersteinen, kehren wir mit der Bahn zurück.







Die Fahrt verbringt Valentin im Freien auf dem "Balkon" des Passagierwagons - das korrekte Wort hierfür kenne ich nicht.







Am frühen Abend gehen Bärblel und ich schwimmen. Ich tauche auch ein wenig, da die Sicht gut und das Wasser warm ist. Es ist ein sehr schönes Gefühl, aus der Tiefe die klare blaue Wassersäule über sich und die Sonne, die durch sie hindurch scheint zu erblicken und, selbst unbewegt einfach durch die Auftriebskraft der gefüllten Lunge nach oben treiben zu lassen, dem im Wasser brechenden Licht entgegen.

Als ich aus 13 Metern auftauche sehe ich auf 4 Metern eine Qualle in einiger Entfernung. Woher ich das weiß, wie tief es ist? Ich habe einen Tiefenmesser in meiner Uhr. Und die Nesselstellen, die wir selten nach Hause tragen sind nun auch erklärt.

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Montag, 29. August 2016
Montag, 29.08.2016 Strandtag in Kala Nera


Heute wollten wir eigentlich das Mittagessen ausfallen lassen vormittags kleinere Aufgaben erledigen, nachmittags ein kleiner Ausflug und dort Abendessen. So der Plan, mittags dann im Örtchen meldet sich der Hunger bei allen und Valentin erklärt verbindlich, dass er an den Urlaub wieder glaube, wenn heute kein Ausflug gemacht wird, am Hausstrand gebadet wird und abends reichlich "Malcolm mittendrin" geschaut wird - die Serie ist quasi identitätsstiftend für ihn, was in Ordnung geht, weil die Elternrollen weit jenseits dessen liegen, was wir leben und vermitteln.

Folgend ein paar Bilder rund um unsere Apartmentanlage:







Also planen wir um, bestellen "ein paar kleine Gerichte" im leckersten Lokal am Platz und genießen. Die Andenkenläden haben wir zu dieser Zeit schon unsicher gemacht und zwei wichtige Schwerter für die Spartaner Ausrüstung von Valentin erstanden, Postkarten für die Lieben zu Hause erworben und allerlei Nippes vorerst verworfen.

Nach einer kleinen Mittagsruhe gehen wir gestärkt mit kleinem Umweg über die Hängematte im Hof unserer Herberge an den Strand.





Valentin und ich gehen schwimmen und tauchen. Inzwischen traut sich Valentin schon recht weit hinaus aufs Meer, knapp 10 Meter tief ist es hier. Das weiß ich, weil ich bis 8,5 Meter tief tauchte, um eine Muschel zu holen. Die Sicht ist gut und diverse Fischschwärme machen uns den Aufenthalt im Meer kurzweilig. Eine Anemone sehen wir unterwegs, kleine Schnecken liegen zwischen Seeigeln sicher am Boden.

Valentin lernt nebenbei den richtigen Flosseneinsatz und Zeichensprache für Taucher und kann nun zuversichtlich mit der kompletten ABC-Ausrüstung schnorcheln und metertief abtauchen. Unnötige Angst zeigt er keine, Respekt genug vor Tiefe und Entfernung zum Ufer hat er aber.

Später stellen wir im Miniformat die Varusschlacht am Kiesstrand nach.

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